Der innere Antrieb zu helfen um geliebt zu werden
Es gibt sicherlich viele verschiedene innere Antriebe etwas für andere Menschen zu tun.
In diesem Fall möchte ich hanshans auf zwei verschiedene Zugänge aufmerksam machen:
- Ich tue etwas für andere, weil ich möchte, dass sie mich mögen und mich nicht ablehnen.
- Ich tue das Gleiche für andere aus innerer Herzenswärme heraus.
Diese
beiden Motivationen sind vom Kern her sehr konträr obwohl sie beide
nach außen hin auf den ersten Blick ähnlich wirken. Sie haben aber auf
denjenigen, der helfen möchte und auch auf denjenigen, dem geholfen
wird eine sehr unterschiedliche energetische Wirkung.
Möchte
ich mich spirituell weiter entwickeln, dann komme ich nicht darum herum
mich mit meiner eigenen Motivation des Helfens und der Freundlichkeit
auseinander zu setzen.
Bin
ich freundlich zu anderen und zeige mich hilfsbereit, weil ich möchte
dass sie mich mögen, dann ist der Kern dieses Handelns meine Angst ich
könnte abgelehnt werden, also ein mangelndes Selbstwertgefühl.
Im
Extremfall äußert sich das so, dass ich ständig bemüht bin „es allen
recht zu machen“. Desto stärker sich dieser Wunsch in mir aufbaut, umso
stärker wird meine Angst abgelehnt zu werden, wenn ich einmal nicht
freundlich, zuvorkommend, höflich, gut gelaunt und hilfsbereit bin. Ich
werde aber unweigerlich hin und wieder auf Mitmenschen und Situationen
stoßen, in denen mich meine Angst packt und einengt weil ich merke,
dass ich mit meiner Höflichkeit nicht weiter komme.
Das
merke ich dann, wenn sich meine Kehle „zuschnürt“, wenn ich das Gefühl
bekomme, dass ich keine Luft mehr bekomme, dass ich einen großen Druck
auf dem Brustkorb bekomme oder sich mein Bauch zusammen krampft.
Dies
kann sogar in völlig harmlosen Situationen auftauchen, da ich mir im
Laufe der Zeit in meinem Verstand ein Konstrukt darüber gebaut habe,
was andere von mir wollen und was sie nicht wollen. Dieses Konstrukt
kann weit von der Wirklichkeit abweichen, ja es kann mich sogar in ein
solch enges Korsett von Ängsten einschnüren, dass ich irgendwann gar
nicht mehr in der Lage bin, zu bemerken, was meine Mitmenschen gerne
mögen, weil ich mich nämlich nicht mit ihnen beschäftige sondern nur
noch aus meiner Angst heraus handele. Und diese Angst dreht sich um
mich selbst und zwar ausschließlich um mich selbst.
In
diesem Prozess verliere ich nicht nur den Kontakt zu meinen
Mitmenschen, sondern zusätzlich den Kontakt zu mir selbst, zu dem was
mich als eigenständigen Menschen ausmacht. Das hört sich wieder einmal
paradox an, weil ich einerseits ständig mit mir selbst beschäftigt bin,
mich aber gleichzeitig immer weiter von mir entferne. Das ist ein sehr
kontraproduktives Verhalten.
Indem
ich ständig damit beschäftigt bin, nach außen hin ein „gutes“ Bild von
mir zu erzeugen, verliere ich den Kontakt zu dem was ICH bin.
Desto
stärker ich in diesen „Teufelskreislauf“ einsteige, desto
unauthentischer werde ich und desto oberflächlicher werde ich von
anderen wahrgenommen.
Der
Kern dieses Handels ist der, geliebt zu werden. Es ist aber unmöglich
von anderen geliebt zu werden, wenn sie mich nicht sehen können und ich
ihnen immer nur ein Bild von mir präsentiere. Damit verwehre ich mir im
Grunde das was ich mit meinem Verhalten erreichen möchte. Und ich
entferne mich innerlich immer weiter von allen anderen Menschen.
„Das
ist aber ein freundlicher Mensch!“ heißt es dann oft. Nur hält niemand
einen so „freundlichen Menschen“ auf Dauer in seiner Nähe aus, da die
Freundlichkeit mit zunehmender Nähe und Intimität anstrengend wird und
auch das Bild das dieser „freundliche Mensch“ mühsam aus Angst von sich
geschaffen hat, unmöglich dauerhaft aufrecht gehalten werden kann.
Auswirkungen:
- der fr. M. entschuldigt sich ständig für selbstverständliche und von anderen als normal empfundene Handlungen
- der fr. M. geht überbehutsam mit den Mitmenschen um
- der
fr. M. sagt seine Meinung erst nach mehrmaliger Aufforderung dies zu
tun, wenn er überhaupt seine wirkliche Meinung äußern kann
- der fr. M. verunsichert seine Mitmenschen durch sein offensichtliches Bemühen niemandem zu nahe zu treten
- der
fr. M. übt die „Macht“ der „unnatürlichen“ Freundlichkeit aus, d.h. er
setzt unbewusst und ohne es zu wollen sein Gegenüber mit dieser
Freundlichkeit unter Druck, denn zu so einem immerzu freundlichen
Menschen kann ich ja nicht unfreundlich sein wenn mir gerade etwas
nicht passt. Bin ich es trotzdem, löst das wiederum in mir ein
Schuldgefühl aus.
- der f. M. selbst leidet eigentlich ununterbrochen an Schuldgefühlen und fühlt sich schlecht
- der
Umgang mit dem fr. M. wird etwas anstrengend, weil er in den
Mitmenschen ein „auf der Hut sein“ auslöst, er ist ja immerzu so
freundlich und darf nicht aus Versehen verletzt werden….
- ….
gleichzeitig wird der fr. M. von vielen gemocht, weil er immerzu so
bemüht ist und viele seine Unbeholfenheit hinter seiner Freundlichkeit
spüren, was wiederum einen beschützenden Instinkt im Menschen auslöst.
- der
fr. M. hat den mitfühlenden Instinkt zu anderen Menschen verloren und
äußert seine Meinung – wenn er dazu in der Lage ist – sehr verletzend
und kalt aus seinen inneren unterdrückten Aggressionen heraus…..oder…
der fr. M. „eiert“ verbal herum um seine Meinung auszudrücken.
Der
„freundliche Mensch“ wird enger und enger, seine Energien fließen nicht
mehr frei, da er ständig damit beschäftigt ist nicht anzuecken und
seine Persönlichkeit unter „Kontrolle“ halten muss. Im Umgang mit
anderen kann auch keine lockere freie Energie mehr fließen, weil er ja
immerzu mit seinem nächsten Schritt beschäftigt ist um nur ja keinen
schlechten Eindruck zu hinterlassen und es allen recht zu machen.
Um
nun aus diesem Angstkreislauf aussteigen zu können und wieder in die
eigene Herzenswärme zurückzufinden um von innen heraus freundlich mit
anderen umgehen zu können, ist es wichtig sich erst einmal von der
ständigen Beschäftigung mit sich selbst zu lösen.
Der
zweite Schritt wäre der, dass ich mich verstärkt für andere Menschen zu
interessieren beginne indem ich sie beobachte, versuche sie zu erspüren
und mich in sie hineinzuversetzen, mich empathisch in sie einzufühlen.
Dies wird sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen und kann jederzeit
im Alltag geübt werden wenn ich mit anderen Menschen zusammen treffe.
Dabei ist es wichtig nicht zu unterscheiden zwischen den für mich
interessanten Menschen und den für mich uninteressanten Menschen. Alle
Menschen sind für diese Empathieübung interessant, jegliche Wertung
sollte vermieden werden.
Aus
der Natur der Sache ergibt sich, dass ich mich natürlich ganz besonders
mit den Menschen auseinander setze, die mir nahe stehen, da die Übung
hierbei leichter zu erfüllen ist, weil ich diese Menschen öfters sehe
als Menschen die mir z.B. in der U-Bahn begegnen.
Bei
all diesen Menschen werde ich Schwächen feststellen, beim einen mehr,
beim anderen weniger, aber die Schwächen fallen bei Empathieübungen
immer als erstes auf, sie drängen sich geradezu auf.
Nachdem
diese Übung eine zeitlang durchgeführt wurde (bei dieser Übung komme
ich automatisch von der Beschäftigung mit mir selbst ab), versuche ich
im nächsten Schritt die anderen Menschen zu verstehen. Ich versuche mir
die Beweggründe für ihr Handeln deutlich zu machen, indem ich zuerst
meine eigenen Verhaltensweisen in den jeweiligen Situationen mit ihren
Verhaltensweisen vergleiche.
Darüber
hinaus kann ich - will ich den Menschen wirklich aus einem inneren
Bedürfnis heraus helfen und freundlich zu ihnen sein - mich selbst
immer wieder fragen: Wie möchte ICH von Mitmenschen, die mir viel
bedeuten behandelt werden in dieser Situation?
Diese
Frage ist eine gute Richtschnur für mein zukünftiges Verhalten anderen
gegenüber. Damit liege ich nicht immer automatisch richtig, aber ich
gehe zumindest verständnisvoller und wärmer mit Menschen um.
Diese
verschiedenen aufeinander aufbauenden Übungen werden mir bei anderen
Respekt und eine liebevollere Zuwendung bescheren als mein oft mühsames
„bloß nichts falsch machen“ der vorherigen Strategie, weil sie mich aus
der Angstzuschnürung in die freie Entfaltung meiner warmen
Herzenspersönlichkeit bringt. Ich gehe mit mir selbst und mit anderen
ehrlicher um und muss mich nicht mehr verstellen, ich werde authentisch
und diese Authentizität kommt beim Gegenüber positiv an und lässt mir
und ihm die Freiheit. Die Energien können wieder frei fließen in beide
Richtungen und ein großer Schritt in Richtung Mitgefühl, Freiheit und
Öffnung des Herzchakras ist getan.
http://www.myspace.com/hexman1963